Warum ein Beschäftigungsverbot nicht zwingend nachteilig ist:
Ein Beitrag von Stefanie

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Warum ein Beschäftigungsverbot nicht zwingend nachteilig ist:

Im Beschäftigungsverbot (BV) wird in der Regel aus dem Durchschnittsnetto der letzten drei Monate das zukünftige BV-Netto gebildet, welches man dann im BV weiter gezahlt bekommt.

🧮Jedoch ist beim Elterngeld immer das laufende steuerpflichtige Brutto maßgeblich für die Berechnung.

Somit ist das Beschäftigungsverbot manchmal ein Auslöser, dass man diese Monate ausklammern kann. D.h. konkret: wenn die zwölf Monate VOR dem BV eine bessere Berechnungsgrundlage ergeben, könnt ihr das 𝙒𝙖𝙝𝙡𝙧𝙚𝙘𝙝𝙩 zu Euren Gunsten ausüben.

𝙒𝙞𝙚 𝙒𝙖𝙝𝙡𝙧𝙚𝙘𝙝𝙩?

Ganz einfach, nicht immer ist es tatsächlich eine Schlechterstellung, hat man vorher zum Beispiel viele Lohnbestandteile gehabt, die nicht steuerpflichtig waren - wie Schichtzulagen oder Feiertagszuschläge - dann zählen diese nun in die Bildung des BV-Durchschnittsnettos und somit auch in das „neue“ BV-Durchschnittsbrutto hinein. 🧐Somit ist das neue BV-Brutto häufig höher, als wenn die Schichtzulagen nicht mit rein zählen.

𝐵𝑒𝑖𝑠𝑝𝑖𝑒𝑙: 
[Steuerklasse 4, kinderlos]

🅰️ Du hattest 1.850€ Netto und darin enthalten 200€ anteilig steuerfreie Schichtzulagen. 
Brutto entspricht das im Schnitt 2.300€.
Dein Elterngeld daraus = 1.000€ monatlich. 

➡️ Nun erhältst du ziemlich zeitig ein BV und aus oben genannten Beispiel wird deine Zahlung für die nächsten 8 Monate berechnet.

🅱️ Finanziell erhältst du weiterhin die 1.850€ Netto, auf den ersten Blick  ändert sich nichts für dich. Genau geschaut, sieht dein Lohnschein jetzt aber anders aus, die Zulagen fehlen 😕 Aber Moment, dein Brutto zeigt nun fast 2.700€!

➡️ nun wird daraus der Durchschnitt gebildet 8 Monate x 2.700€ & 4 Monate x 2.300€ = 30.800€ : 12 
= 2.566€ Durchschnittsbrutto

🚼Heißt in dem Fall rund 1.100€ Elterngeld monatlich! 🤩

⚠️Also du siehst, hier würde man sich sogar besser stellen wenn man ganz normal die zwölf Monate vor der Geburt heranzieht. Deswegen heißt es immer 𝑾𝒂𝒉𝒍𝒓𝒆𝒄𝒉𝒕, es ist kein Muss, die Monate zu verschieben. 

ℹ️Daher empfehle ich immer, beide Zeiträume zu vergleichen und anhand des Durchschnitts zu entscheiden.

💎Eure Stefanie