Wenn Histamin und Hormone zusammentreffen. Was haben PMS, Hitzewallungen und Co gemeinsam?
Ein Beitrag von Regina

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Wenn Histamin und Hormone zusammentreffen. Was haben PMS, Hitzewallungen und Co gemeinsam?

Wenn Angst plötzlich aus dem Nichts kommt – und alles auf die Hormone geschoben wird


Herzrasen, Hitzewellen, Zittern, Schwindel oder plötzlich auftretende Angstgefühle werden bei Frauen ab Mitte 40 häufig als typische Wechseljahresbeschwerden oder in jüngeren Jahren gerne als PMS eingeordnet.

Tatsächlich können hormonelle Veränderungen diese Symptome begünstigen. Doch manchmal steckt noch mehr dahinter: Auch Histamin und Mastzellen können unser Nervensystem beeinflussen und Beschwerden auslösen, die sich wie eine Panikattacke anfühlen.

Histamin wirkt auch im Gehirn

Die meisten kennen Histamin als Stoff, der bei Allergien eine Rolle spielt. Tatsächlich ist Histamin aber auch ein wichtiger Neurotransmitter. Es beeinflusst unter anderem:

  •  Aufmerksamkeit 
  •  den Schlaf-Wach-Rhythmus 
  •  das vegetative Nervensystem 
  •  unsere Stress- und Alarmreaktionen 
Dabei arbeitet Histamin eng mit Adrenalin, Cortisol und dem Sympathikus zusammen – also genau den Systemen, die den Körper auf Gefahr vorbereiten.

Was passiert bei einem Histaminschub?

Werden Mastzellen aktiviert oder steigt der Histaminspiegel an, können unter anderem auftreten:

  •  Herzrasen 
  •  Zittern 
  •  Schwindel 
  •  Flush oder Hitzewellen 
  •  kalter Schweiß 
  •  innere Unruhe 
  •  Nervosität 
Diese Beschwerden fühlen sich häufig genauso an wie eine Angst- oder Panikattacke.

Der Körper kennt keinen Unterschied zwischen einer echten Gefahr und einem Alarm, der durch Botenstoffe ausgelöst wird. Beide Situationen aktivieren dieselben Stresssysteme. Deshalb können sich histaminbedingte Reaktionen genauso bedrohlich anfühlen wie eine Panikattacke – obwohl objektiv keine Gefahr besteht.

Nicht jede Angst ist Histamin

Natürlich gilt auch das Gegenteil: Nicht jede Angst hat mit Histamin oder Mastzellen zu tun.

Treten Angstgefühle jedoch regelmäßig zusammen mit Flush, Herzrasen, Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen oder während hormoneller Veränderungen auf, kann es sinnvoll sein, diese Zusammenhänge ärztlich oder therapeutisch mit abzuklären.

Den Körper als Ganzes verstehen

Hormone, Nervensystem, Mastzellen und Histamin stehen in engem Austausch 
miteinander. Deshalb reicht es oft nicht aus, Beschwerden ausschließlich psychisch oder ausschließlich hormonell zu erklären.

Je besser wir diese Zusammenhänge verstehen, desto besser können wir unsere Symptome einordnen – und genau dieses Wissen nimmt vielen Betroffenen bereits einen Teil ihrer Angst.

Denn manchmal beginnt die Alarmreaktion nicht in unseren Gedanken. Sondern im Körper.

Ein Schleudertrauma ist mehr als nur ein "Nackenproblem".

Bei einem Schleudertrauma werden Muskeln, Bänder, Faszien und Nerven im Bereich der Halswirbelsäule stark belastet.

Auch wenn im MRT keine größeren Verletzungen sichtbar sind, kann das umliegende Gewebe gereizt bleiben.

Dadurch gerät häufig auch das vegetative Nervensystem in einen dauerhaften Alarmzustand.

Was hat das mit Histamin zu tun?

Histamin ist nicht nur ein Stoff aus der Nahrung.

Es ist ein körpereigener Botenstoff, der unter anderem bei Entzündungen, Reparaturprozessen und der Kommunikation zwischen Nervensystem und Immunsystem eine wichtige Rolle spielt.

Bleibt das Nervensystem dauerhaft in Alarmbereitschaft, können auch Mastzellen empfindlicher reagieren.

Sie setzen unter anderem Histamin frei.

Dadurch entsteht bei manchen Betroffenen ein Kreislauf aus:

➡️ Nervenreizung
 ➡️ Stressreaktion
 ➡️ Mastzellaktivierung
 ➡️ Histaminfreisetzung
 ➡️ erneuter Aktivierung des Nervensystems

Warum werden manche Beschwerden chronisch?

Das eigentliche Schleudertrauma ist längst verheilt.

Der Körper reagiert aber weiterhin so, als wäre die Gefahr noch vorhanden.

Massage und zack: danach geht es Dir schlechter - wie kann das sein?

Bei einer Massage oder intensiven manuellen Therapie wird das Gewebe mechanisch gereizt. Dadurch werden ganz natürliche Reparaturprozesse angestoßen – und Histamin gehört zu den Botenstoffen, die daran beteiligt sind.

Außerdem sitzen im Gewebe zahlreiche Mastzellen. Sie reagieren unter anderem auf:

✔️ Druck
 ✔️ Dehnung
 ✔️ Reibung
 ✔️ mechanische Belastung

Dabei können sie Histamin und weitere Entzündungsbotenstoffe freisetzen.

Zusätzlich verbessern Massagen die Durchblutung und regen den Lymphfluss an. Dadurch werden diese Botenstoffe schneller im Körper verteilt.

Deshalb treten Beschwerden manchmal nicht sofort, sondern erst 24 bis 72 Stunden später auf.

Das bedeutet übrigens nicht, dass Massagen oder Physiotherapie grundsätzlich schlecht sind.

Oft reagiert einfach ein ohnehin empfindliches System stärker auf intensive Reize.

Deshalb gilt häufig:

Nicht mehr Druck bedeutet automatisch mehr Wirkung.

Gerade bei einem sensiblen Nervensystem oder einer Mastzellproblematik kann ein sanfterer Behandlungsansatz sinnvoller sein.


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