Periodenunterwäsche im Wochenbett
Ein Beitrag von Marina

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Periodenunterwäsche im Wochenbett

Heute geht’s um die Versorgung des Wochenflusses im Wochenbett mit Periodenunterwäsche. Ich hab das nach meiner zweiten Geburt  getestet und möchte meine Erfahrungen heute mit dir teilen. 

Zuerst beginne ich aber damit, mal zu klären was Periodenunterwäsche ist und was sie kann. Dann erzähle ich dir, wie ich bei meinem Einkauf vorgegangen bin und wie viel Geld du investieren solltest um gut versorgt zu sein. 

Wie's dazu kam?
Ich bin vor allem über die sozialen Medien auf die Idee gekommen Periodenunterwäsche für den Wochenfluss zu verwenden. Nach meiner ersten Geburt verwendete ich ganz klassisch  Netzhöschen und Einlagen. Obwohl ich mich damals bereits mit Stoffwindeln und anderen nachhaltigen Themen auseinandergesetzt hatte, kam ich  nicht mal auf die Idee auch für den Wochenfluss nach einer nachhaltigen Alternative zu suchen. Schade - nun also bei Geburt Nr. 2. 

 
Worauf achten beim Wochenfluss?
Wichtig ist es, dass für die Versorgung des Wochenflusses nichts in die Vagina eingeführt werden darf – also keine Tampons oder Menstruationskappen. Das Blut muss also von außen aufgefangen werden. Dabei soll möglichst auf Atmungsaktivität geachtet werden, um eine Bakterienvermehrung und somit einer Infektion vorzubeugen. Deshalb werden auch bei der Variante Netzhöschen + Einlagen immer Einlagen ohne Plastikanteil empfohlen. 

Stoffbinden die ich als Back-up zu den Menstruationstassen zu Hause hatte kamen nicht in Frage, da sie über zu wenig Saugkraft verfügen und die Passform einfach nicht so gut ist. Dasselbe Problem hatte ich übrigens auch bei den Einlagen in der Netzhose – ich hatte immer Angst, dass etwas danebenrinnt. 

Also dann müsste es doch mit Periodenunterwäsche besser klappen, so mein Gedanke – nur leider hatte ich mich zuvor noch nie damit beschäftigt und hatte daher keine Ahnung, ob das funktionieren wird. 

 
Periodenunterwäsche
Grundsätzlich funktioniert Periodenunterwäsche ähnlich wie Stoffwindeln – ich weiß blöder Vergleich, aber der Aufbau ist derselbe. 

Als oberste Schicht – also direkt an der Haut liegt ein Stoff der schnell aufsaugt, hinterher aber ein trockenes Gefühl vermittelt. 

Die nächste Schicht ist der Saugkern, das bedeutet hier wird die Flüssigkeit gespeichert. Einige Hersteller verwenden hier auch Biozide – also antibakterielle Substanzen wie z.B. Silber, die eingearbeitet werden um das Bakterienwachstum zu hemmen und damit auch die daraus entstehende Geruchsbelastung gering zu halten. 

Diese Schichten zwei bestehen häufig aus Baumwolle und/oder Merinowolle, abhängig vom Hersteller. 

 

Die äußerste Schicht hält das ganze dann dicht – sie besteht meist aus PUL – die Stoffwindelmami’s wissen wahrscheinlich wovon ich spreche – das ist eine Polyurethan-Laminierung die dafür sorgt, dass das Blut nicht ausläuft. 

 

Wer jetzt bei den ganzen Schichten Angst hat, dass die Periodenunterwäsche auch aufträgt wie eine Windel, den kann ich beruhigen. Dieser Funktionsteil der Unterhose ist nicht viel dicker als bei einer normalen Unterhose – je nach Saugkraft natürlich. Es fühlt sich beim Tragen aber nicht störend an und lässt sich auf keinen Fall von anderen Personen durch die Kleidung hindurch erahnen. 

 
Anwendung
Die Unterwäsche sollte alle 6-12 Stunden gewechselt werden. Es wird empfohlen sie vor dem Waschen mit kaltem Wasser auszuwaschen. Gewaschen wird sie dann in der Regel bei 40 Grad – meist wird der Feinwaschgang und ein dazupassendes Waschmittel emfohlen – achtet hier auf die Herstellerangaben. 

Für unterwegs nützt man – auch wieder wie bei den Stoffwindeln – einen Wetbag. Wobei dieser wahrscheinlich erst bei der Weiterverwendung für die Periode zum Einsatz kommt, da man das Wochenbett ja hoffentlich hauptsächlich zu Hause verbringt (!) und nicht nur unterwegs ist. 

Der Wetbag ist eine Tasche, die auch aus PUL gefertigt ist, also dicht hält. Darin kann ein benützter Periodenslip problemlos zum Waschen nach Hause transportiert werden. 

 
Lebensdauer/Nachhaltigkeit
Das Waschen macht den Periodenslip natürlich auch nachhaltiger als Wegwerfprodukte. Bei korrekter Handhabung wird der Periodenunterwäsche je nach Hersteller eine Lebensdauer von 2-5 Jahren zugeschrieben. Dann lässt meist die antibakterielle Wirkung nach – sie kann aber natürlich als normale Unterwäsche weitergetragen werden. 

Also auch nach dem Wochenbett kann die Unterwäsche noch gute Dienste leisten – eventuell dann auch als Backup für Menstruationskappen oder Tampons. 

Wie viel davon brauch ich jetzt eigentlich?
Soviel zu der Funktion und Handhabung. Ich hatte mich also für die Periodenunterwäsche entschieden – wusste aber nicht wie viel Stück ich benötigen würde und wollte auch keine Unsummen ausgeben. Bei einer Verwendungszeit von 6-12 Stunden entschied ich mich vorerst für 3 Stück. Eine sehr Saugstarke und 2 mit mittlerer Saugstärke. Denn ich wusste ja von meiner ersten Geburt, dass bereits nach 2-3 Tagen die Intensität des Wochenflusses in der Regel bereits deutlich abnimmt. Und da ich die meiste Zeit zu Hause verbringen werde, wollte ich sonst einfach häufiger wechseln. 

Im Nachhinein gesehen, wären 2 Stück mehr wahrscheinlich praktisch gewesen um nicht so häufig waschen zu müssen. Eine saugstarke und eine mittlere. So kombinierte ich die Versorgung mit Einlagen, welche ich noch von meiner ersten Geburt übrig hatte um diese auch aufzubrauche. 

Finanziell gesehen würde man bei 5 Wäscheteilen je nach Hersteller auf €80-240 landen. Dabei gibt es aber natürlich Unterschiede in der Passform, des Produktionssitzes, der Materialauswahl etc. einige Hersteller verzichten auf auf antibakterielle Zusätze, da diese teilweise umstritten sind. Hier bleibt einem nichts anderes übrig als sich etwas einzulesen und einen für sich selbst passenden Hersteller zu finden. 

 
Wie es gelaufen ist:
Ich startete also an Tag 4 zu Hause mit der Verwendung der Periodenunterwäsche. Die 2 mit mittlerer Saugstärke verwendete ich untertags und die saugstarke in der Nacht. 

Es klappte sehr gut. Nichts lief aus, keine störende Geruchsbelastung. Ich hatte mir nur einen Hersteller ausgesucht, der immer 2 Größen zusammenfasste – also 38-40. Hier würde ich euch empfehlen lieber das größere Höschen zu wählen, damit der Bund am Bauch nicht zu eng ist – ich hatte das Problem bei einem Modell. Jetzt für die Periode passt er wunderbar, nur nach der Geburt bildet sich natürlich nicht alles in ein paar Tagen zurück und da hatte ich anfangs noch ein Engegefühl. Das selbe gilt natürlich nach einem Kaiserschnitt. Es kann einige Zeit dauern bis einen der Bund nicht mehr unangenehm drückt. Auch da hilft eine größere Konfektionsgröße sicher weiter.

Bei der Auswahl des Modells kann ich euch empfehlen einen Hipster-oder Slipschnitt zu wählen – fühlte sich für mich am angenehmsten an. 

Fazit
Ich würde die Periodenunterwäsche sofort wieder für's Wochenbett nützen – solltet ihr bereits in der Schwangerschaft vermehrten Ausfluss haben – nützt sie natürlich auch gerne schon vorher. Grundsätzlich vom Umweltaspekt aus gesehen, als auch vom finanziellen Aspekt sicher klar im Vorteil gegenüber den Wegwerfprodukten! Aufgrund der Weiterverwendung und der langen Lebensdauer. 


Solltest du noch spezielle Fragen zur Verwendung von Periodenunterwäsche im Wochenbett haben, schreib mir gerne. 

 

Und wenn du nicht nur dich sondern auch dein Baby mit alternativen Methoden wie Stoffwindeln oder Windelfreier Babypflege versorgen möchtest, schau mal in meine Angebotspalette.

Es würde mich freuen dich in einem meiner nächsten Kurse begrüßen zu dürfen.


Bis bald,
Marina