Symphysenbeschwerden in der Schwangerschaft
Ein Beitrag von Natasha

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Symphysenbeschwerden in der Schwangerschaft

Unser weiblicher Körper ist schon ein wahres Wunder, 
wenn es darum geht, neues Leben zu erschaffen und dieses dann am Ende durch das doch sehr schmale Becken auf diese Welt zu bringen. Der Körper stellt sein ganzes Hormonsystem auf den Kopf, welche dafür sorgen, dass sich das Kind pudelwohl in
uns fühlt und auch genügend Platz hat. Nicht selten tragen Mütter genau deswegen einige Beschwerden mich sich herum, und hier geht es um die Symphysenbeschwerden.

Um einmal vorab zu sagen, solltest du dich zuerst an deinen
Frauenarzt oder Hebamme wenden, solltest du Beschwerden an der Symphyse haben.
Hier können eventuell auch Therapiemaßnahmen mit Hilfe von Physio’s oder Osteopathen Linderung verschaffen. Bitte wende dich auch bei großen Schmerzen an einen Arzt. Eine Diagnose wird meistens durch eine Untersuchung eines erfahrenen Facharztes gestellt. 
Auch Ultraschall oder Röntgenbilder, CT  oder MR können Aufschluss über eine Symphysenbeschwerden/sprengung geben. 
Meistens verschwinden Symphysenbeschwerden oft wenige Wochennach der Geburt wieder. 

Die Beckensymphyse (Schambeinfuge) ist die vordere,
knorpelige Verbindung zwischen den beiden Beckenhälften. Du kannst sie gut vorne unter dem Venushügel ertasten. Sie gehört, genau wie die beiden Iliosakralgelenken (Kreuzbein-Darmbein-Gelenken) zu den Beckenringverbindungen.
Diese sind nicht völlig steif, sondern erlauben einen geringen
Bewegungsspielraum, ohne den Liegen, Sitzen, Gehen und Laufen nicht möglich wäre. Ich spreche hier bewusst nicht von einer Instabilität während der Schwangerschaft deines Beckens, denn dein Becken ist nicht instabil, und auch nicht fragil oder zerbrechlich. Hormone und der wachsende Bauch sorgen dafür,
dass sich die Symphysenfuge (die knorpelige Verbindung) weitet (meist um 3-4 Millimeter) um Platz für die Geburt zu machen. Dieses Weiten ist natürlich sehr erwünscht, kann aber bei manchen Frauen zu Beschwerden führen. Insbesondere können sich die Schmerzen vom Rücken bis in die Hüften und Oberschenkel
ausbreiten.

Relaxin (Davon hast du sicher einmal gehört) ist natürlich 
ein wichtiges Hormon, welches die Gelenke, Sehnen und Bänder weicher werden lässt. Abgesehen davon ist Relaxin in allen Körpern vorhanden- ob Männlein, ob Weiblein. Ab dem 4./5. Schwangerschaftsmonat wird das Hormon verstärkt im
Körper produziert. Relaxin erlebt seine Hochphase, wenn’s ums Eingemachte geht, nämlich bei der Geburt. Somit kann ich dir hier die Angst nehmen, wenn ich dir sage, das Relaxin nicht der Feind ist. Schau mal hier nach für die Studienlage über Relaxin und seine Wirkung: 
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4282454/

Weitere Risikofaktoren für Symphysenbeschwerden oder
Beschwerden in der Beckengegend können auch auf Grund von wenig bis schwache Muskulatur rund um das Becken sein. Sobald durch die Schwangerschaft der Körperschwerpunkt sich verändert und der wachsende Bauch dich mehr nach vorne zieht, versucht der Körper dieses Ungleichgewicht wieder auszurichten: Der Kopf
wird oft in den Nacken gelegt, um weiter hin gerade aus zu schauen, die Schultern fallen nach vorne und der obere Rücken rundet ein, das Becken kippt nach vorne und der untere Rücken bildet ein Hohlkreuz.
Um das Becken zu stabilisieren und stark zu halten, greifen mit
unter die lokalen Stabilisatoren ein. Diese bestehen aus dem Zwerchfell, Mm. Multifidus, transversus abdominis und den Beckenbodenmuskeln. Bei zu schwachen lokalen Stabilisatoren greift verstärkt die umliegende Muskulatur (Globale Stabilisatoren:
gerade und schräge Bauchmuskulatur, Pomuskeln …) ein, um die schwachen lokalen Stabilisatoren zu unterstützen. Wichtig für dich zu wissen ist, dass das nicht heißt, die globalen zu vernachlässigen und nur die lokalen zu trainieren, denn diese beiden stabilisierenden Partner benötigen sich gegenseitig, um eine
kräftige Einheit zu bilden. Auch Vorgeschichten von früheren Beschwerden in der Beckengegend (Verletzungen, Unfällen (Mehrlings-)Schwangerschaften, erhöhtes Körpergewicht) können zu erneuten Symphysenbeschwerden in der Schwangerschaft
oder nach der Geburt führen.
 
Welche Symptome können auftreten?
· Eingeschränkte Mobilität (z.B. kurze Schritte, typischer
Watschelgang)
· Schmerzen (am Schambein, Hüfte, Innenschenkel oder in
der Lendengegend)
· Schmerzen beim Treppensteigen (z.B., wenn du mehrere
Stufen auf einmal nimmst)
·  Einseitige Bewegungen (Ausfallschritte, Hose anziehen)
·  Seitliche Bewegung der Beine (Abduktion)
·  Schneidersitz (Dehnung der Adduktoren,
Schmetterlingssitz)
· Schmerzen beim Schlafen (Linderung durch Kissen
zwischen den Beinen)
· Schmerzen beim Bücken
· Einseitige Belastungen können zu Schmerzen führen
(Einbeinstand)

Was kannst du also tun?
Vor allem solltest du keine Angst vor Schmerzen durch
Bewegungen oder Sport haben, und auch ruhig bei dem Sport bleiben, den du kennst. Je mehr Angst du vor dem Training oder Alltagssituationen hast, umso größer kann die Wahrscheinlichkeit sein, Beschwerden zu bekommen (z.B., durch Verkrampfung oder Fehlbelastung bei Übungen) Es gibt für die meisten Übungen Variationen,  die du durchführen kannst, ohne das Schmerzen auftreten, bzw. du Übungen machen kannst, die Schmerzen lindern.
Probiere ein bisschen aus, was bei dem einen nicht klappt,
kann dir helfen.

 Folgende Tipps kannst du beherzigen:
-       Scherende Bewegungen evtl. vermeiden oder nur
soweit wie schmerzfrei (Ausfallschritte)
-       Abduktion der Beine evtl. vermeiden oder nur
soweit wie schmerzfrei
-       Dehnung der Adduktoren evtl. vermeiden oder nur
soweit wie schmerzfrei
-       Enge, statt breite Kniebeugen
-       Kreuzheben (Beine hüftbreit) mit leicht
gebeugten Knien
-       Beckenbodentraining, da diese Muskulatur den
Beckenring stärkt
-       Vielen Schwangeren kann auch ein Beckengurt
helfen, der das Becken unterstützt und stabilisiert. Dieser drückt die
Darmbeine zusammen, schadet aber keinesfalls dem Kind
-       Spaziergänge, so lange wie es für dich angenehm
ist
-       Manche Frauen empfinden Schwimmen als eine
angenehme Entlastung (Brustschwimmen kann unangenehm sein) bei anderen ist es Yoga, Pilates oder Kraftübungen
-       Im Sitzen, statt im Stehen aus- und entkleiden
-       Versuche im Alltag und beim Training eine
aufrechte Haltung einzunehmen und vermeide einseitige Belastungen. Kippe das
Becken nach hinten, Steißbein zeigt zum Boden und umarme dein Kind von „innen“.
Diese Haltung sollte auch nach der Geburt eingehalten werden, ziehe dafür wenn
möglich den Nabel sanft nach innen oben.
-       Deinen Oberkörper kannst du meist immer
stärken;)
 
Wie bei fast allem was mit Training zu tun hat, kann man
nicht pauschal sagen, welche Übung oder welche Variante die Beste ist. Probiere dich einfach aus und tue das, was dir keine/wenige Beschwerden bereitet. Symphysenbeschwerden sind nicht angenehm, gehören aber bei manchen Frauen
leider dazu. Gönne dir ausreichend Pausen im Alltag und Auszeit durch sanfte Übungen für den Beckenboden, wenn ein Training zu anstrengend oder zu schmerzhaft ist. Mache dir auch nicht zu viel Druck, solltest du gewohnte Übungen aufgrund von Schmerzen nicht durchführen können. Alles mit Gemach.

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