Achtsam Essmengen steigern und die getrunkene Milchmenge reduzieren
Ein Beitrag von Franziska

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Achtsam Essmengen steigern und die getrunkene Milchmenge reduzieren

Dürfen Babys und auch Kleinkinder zusätzlich zur Beikosteinführung ab etwa 6 Monaten weiterhin Milch nach Bedarf trinken, werden sie sich in der Regel nicht weit vor 2 Jahren selbstständig davon entwöhnen, eher später (sofern nicht durch
[häufigen] Gebrauch künstlicher Sauger gestört).
Das darf auch durchaus so sein. Es entspricht ihrem Bedürfnis, diese vertraute Nahrungsquelle, die auch mit Beruhigung und Nähe zu Bezugspersonen verbunden ist, über mehrere Jahre zur Verfügung zu haben. Für gestillte Kinder, bietet es weiterhin eine immunologische Unterstützung.
Gerade in schlechten Essphasen (wegen Krankheit, Zahnen, Veränderungen), kann es die Situation für Kinder wie Eltern entspannen zeitweise wieder mehr auf die Milch zurückgreifen zu können.
Häufig empfinden Eltern die selbstständige Steigerung der Essmengen neben der weiterhin nach Bedarf angebotenen Milch allerdings als zu gering oder zu langsam.
Sie würden gern weniger Stillen oder Säuglingsnahrung reduzieren bzw. bereits im zweiten Lebensjahr keine Milch mehr anbieten.
Dann Methoden anzuwenden, wie das Kind "mal etwas hungern zu lassen", unter Ablenknung Essen ins Kind zu schummeln o.ä., können seine Gesundheit, zukünftiges Essverhalten oder die Beziehung zu den Eltern beeinträchtigen.
Allerdings gibt es häufig noch einige Stellschrauben, an denen Eltern drehen können, um hier einem Bedürfniskompromiss mit ihren Kindern auf achtsame Weise näher zu kommen.

Essumgebung und Angebot:
- häufiger Essen anbieten, statt Versuch ganze Milchmahlzeiten zu ersetzen
- Familie isst gemeinsam, Baby wird nicht separat "abgefüttert"
- ablenkungsfreie Umgebung (ggf. Sitzplatz umstellen, Haustiere raus)
- entspannte Atmosphäre ohne Erwartungshaltung an Essmengen
- Interaktion mit Kind, aber es muss nicht Fokus der Mahlzeit sein
- Selbstwirksamkeitswillen respektieren und Angebote machen (am Löffel mit festhalten, vorbefüllten Löffel hinlegen, auf allein essen abgestimmte Speisen, ggf. auch nur zusätzlich zum Füttern)
- für selber essen, an aktuelle motorische Fähigkeiten des Babys anpassen (ab ca. 6 Mo große Stücke, die noch aus Hand gucken oder befüllter Löffel)
- einige Babys essen lieber/mehr: am Boden (Picknick), auf Schoß der Eltern, genau das gleiche oder auch vom Teller der Eltern, lutschen Brei lieber vom Finger der Eltern, am eigenen kleinen Tisch oder Hochstuhlfußbrett als Stehtisch, ab Laufalter im Lernturm am Tisch, grundsätzlich mit anderen Kindern zusammen
- große Auswahl überfordert manchmal, ggf. nach und nach anbieten
- ggf. Alternative (ohne zusätzlichen Zubereitungsaufwand) anbieten
- Quatsch machen (bei sich aus Mund hängende Nudel von Baby greifen lassen)
- Baby mehr "Einstimmungszeit" für Mahlzeit geben (bei Zubereitung dabei sein lassen, Kleinkinder können helfen, verbal ankündigen "Spiel noch kurz, gleich gibt es Essen.", Tischspruch etablieren)
- Brust/Flasche erst nach der Mahlzeit anbieten, statt davor
- Temperatur variieren (kühl schmeckt manchmal besser, riecht weniger intensiv)

Energiereiche Beikost bzw. nicht nur kalorienarme:
Babys und auch noch Kleinkinder haben einen vglw. hohen Energiebedarf pro Kilogramm Körpergewicht und auch höheren Fettbedarf.
Der Sättigungsmechanismus ist allerdings ein sehr komplexer körperlicher Vorgang. Grob kann man sagen, es braucht zunächst die Magendehnung als Sättigungsreiz, zusätzlich aber auch Registrierung einer gewissen Menge an aufgenommen Nährstoffen/Energie in Darm und Leber. Mit der Verdauung der Nährstoffe im Darm, kommt dann die Ausschüttung verschiedener Hormone dazu, was alles zusammen über das Hirn ein  Sättigungsgefühl bewirkt.
Möchten wir nun, dass unsere Kinder von der sicheren Nahrungsquelle abrücken, bei der sie das Gefühl der Sättigung immer wieder erlebt haben, müssen sie auch die Erfahrung machen können, dass sie durch etwas anderes satt werden und auch für gewisse Zeit bleiben.
Das geht schwerlich mit reinem Karottenbrei oder gedünsteten Sticks, die nur etwa halb so viel kcal wie die gleiche Menge Muttermilch oder Pre haben (oder auch, wenn die Mengen nur
gering sind, weil die Beikost nicht auf die motorischen Fähigkeiten angepasst ist).
Extra kalorienreiche Snacks, die auch für besonders schnellen Verzehr dargereicht werden, können allerdings ein Übermaß an Kalorien zuführen, bevor die Sättigungsmechanismen überhaupt greifen können (z.B. Säfte, Quetschies oder zucker- und fettreiche "Kindersnacks" wie Milchschnitte).
Ein gutes Mittelmaß zeigt einem die herkommliche ausgewogene Familienkost mit etwas zusätzlichem Fett hier und da.


!! Zeigt ein Baby mit etwa 10 Monaten noch kein/kaum Interesse an Beikost (ggf.
Einschätzung mit Ernährungsprotokoll) trotz optimierter Essumgebung und breiten Angebots, ist eine Prüfung der Blutwerte sinnvoll (bestenfalls auf Eisen, Zink, Vit B12; Inappetenz kann ein Mangelsymptom sein).
Ggf. auch Prüfung auf orale Restriktionen oder Schluckstörungen durch entsprechend fortgebildete Fachkraft.


Energie- und nährstoffreiche Snacks und Beigaben:
- Avocado und/oder Banane (auch zerdrückt als Brotaufstrich)
- Apfelringe, Banane, Mangospalten etc. in gemahlenen Nüssen oder Kokosraspeln welzen
- Nussmus als Brotaufstrich oder unter Reis, Bulgur o.ä. mit Obstmus
- andere gehaltvolle Brotaufstriche wie Hummus
- Energieballs als gelegentliche Süßigkeit
- gekochte Eier (insgesamt 1-2 pro Woche, inkl. verarbeitet)
- Hackbällchen oder Falafel
- Pancakes oder Waffeln (mit geriebenem Gemüse oder Obst darin)
- belegtes Brot oder Wraps
...


Ofengemüse:
Als „Fingerfood“ oder püriert.
Kartoffeln
Möhren
Süßkartoffeln
Zucchini
Kirschtomaten
Pastinake
Kürbis
...was die Jahreszeit hergibt
Ggf. schälen, in grobe Stücke schneiden und mit so viel Öl in einer
Auflaufform vermengen, dass alles etwas abbekommt.
Darunter kann in die Form noch eine Hühnerbrust oder ein (TK)Fischfilet
gelegt werden.
Das ganze gut 30 min bei 180°C (160°C Umluft) in den Ofen (testen, ob die
Konsistenz so für den Beiköstler geeignet ist, sonst etwas länger).


Süßkartoffel-Aufstrich:
1 Süßkartoffel (ca. 250g)
1 kleine Zwiebel
1 EL Nussmus
1 Msp. Paprikapulver
Süßkartoffeln und Zwiebel schälen und grob würfeln. In einer
Auflaufform mit Öl mischen.
Ca. 30 min bei 180°C in den Ofen (kann man gut dazu packen, wenn man Ofengemüse macht).
Anschließend mit Nussmus und Paprikapulver fein pürieren.
Den Aufstrich in ein Schraubglas füllen und auskühlen lassen.
Im Kühlschrank hält er sich gut 5 Tage.


Bananen-Haferflocken-Babykekse:
Überreife Banane mit einer Gabel zerdrücken oder anderes Obstmus und zu etwa gleichen Teilen mit Haferflocken (oder anderen Getreideflocken) und einem Schuss Öl vermischen.
Ca.½cm dick auf ein mit Backpapier belegtes Blech verstreichen.
15 - 20 min bei 180°C im Ofen backen.
Auskühlen lassen und in handliche Stücke schneiden (ca. 3 Tage im Kühlschrank haltbar)


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